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Josies Werke

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Kunst

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Rosalía und die Verschmelzung von Genres

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Die katalanische Sängerin Rosalía hat im vorherigen Monat ihr drittes Album namens „Motomami“ veröffentlicht. Sie wagt sich hervor wie kaum jemand anderes in der Musikwelt – hier treffen moderne Trap Beats und raffinierte Popmusik auf eingeschobene Jazz Improvisationen, traditionellen Flamenco und Raggaetöne. Instrumental als auch lyrisch ruft sie feierlich ihre Grenzenlosigkeit aus. „Motomami“, was übersetzt „die Kleine auf dem Motorrad“ heißt, ist nicht nur eine Hommage an ihre Mutter, die als junge Frau in Leder gekleidet, auf ihrer Harley-Davidson die Straßen unsicher machte, sondern auch an die Freiheit und ein abenteuerliches Leben. Unter Freiheit versteht Rosalía vor allem Transformation. Das Album wird mit dem Lied „Saoko“ eröffnet und beginnt mit einer Frage : „Chica, ¿Qué dices?“ („Mädchen, was sagst du?“) Sie antwortet mit „Saoco, Papi, Saoco!“ und verweist damit auf einen alten Party Hit von Wisin und Daddy Yankee, dem sie Tribut zollen möchte. Saoco ist ein Wort, das aus dem Afrikanischen entspringt, doch im Wortschatz der dominikanischen Republik und Puerto Rico gebräuchlich ist und ein unbefangenes, freches Lebensgefühl ausdrückt. Dieses Gefühl bestimmt den Ton des Liedes. Es folgt eine Aufzählung von Dingen, die metaphorisch für Verwandlung stehen – ein brennendes trojanisches Pferd, ein Schmetterling, ein Meteorstrom, Kim Kardashian als sie blond war. In einem Interview mit Genius verrät sie: „Wenn du Veränderung akzeptierst, akzeptierst du auch Widersprüche. Denn vielleicht schien etwas vorher für dich in Ordnung und war eine Art Prinzip für dich, doch wenn du dich veränderst, ist es das plötzlich nicht mehr. Also bedeutet für mich menschlich sein auch automatisch widersprüchlich zu sein.“ Sie ist keine statische Persona und ruft mit „Saoko“ in die Welt hinaus: „Du denkst du weißt wer ich bin? Du denkst du hast alles gesehen? Oh nein!“ So werden in der Mitte des Liedes die harten Beat Töne von einer Free-Jazz-Nummer und lautem Gelächter unterbrochen, das ihre Selbstsicherheit und Integrität unterstreicht. „Saoko“ endet hektisch und schnell wie die letzten Sekunden einer tickenden Zeitbombe, bevor sie zu explodieren droht. Auch wenn Rosalía von der Widersprüchlichkeit schwärmt, scheint sie in ihrem Kosmos nicht existent. Ambivalenzen lösen sich auf, indem sie sie verschmelzen lässt. Das gilt nicht nur für die Musikgenres, sondern auch für sie persönlich. Ihre Modernität entwurzelt sie nicht von ihrer Heimat, ihren familiären Werten und ihrem Glauben. So singt sie im zweiten Vers von „Saoko“:


„Ich weiß wer ich bin, egal wohin ich gehe (…) Ich bin auf dem Fahrersitz, Gott ist mein Leiter“


Gott werde immer ihr oberster Richtwert sein, genau wie ihre Familie. Die Liebe zu dieser ist besonders in „G3 N15“ hörbar – untermauert durch die schmerzliche Sehnsucht, nachdem sie aufgrund der Produktion ihres Albums in den USA und der Corona Pandemie zwei Jahre lang ihre geliebte Heimat verlassen musste. Den Text widmet sie ihrem 10-jährigen Neffen:


„Vergib mir
Was ich verloren habe sind nun schon zwei Jahre
Du bist bereits 10, fast 11
Waren deine Augen Himmelblau oder Aquariumblau?
Ich weiß nicht wie du bist
Ob du lieber Autorennen magst
Raumschiffe oder Segelschiffe“


Während Rosalía diese Zeilen schrieb, befand sie sich in Los Angeles – sie umschreibt die Stadt düster, wo niemand zwischen den Sternen und Nadeln seinen Frieden findet; wo Models zwischen hohen Toren wandeln. Trotz ihres langen Aufenthalts und ihrer internationalen Berühmtheit bleiben ihre Texte Spanisch – nur hier und da finden sich englische Wörter wieder. Wie in ihrem Song „Hentai“, den sie gemeinsam mit Pharrell Williams produziert und geschrieben hat. Eine, wie es melodisch scheint, romantische, märchenhafte Ballade á la Disney, die lyrisch allerdings eine ganz andere Richtung einschlägt. Hentais sind pornografische Animes; der Text ist provokativ und handelt vom sexuellen Verlangen und dem Penis ihres Freundes, den sie als Pistole bezeichnet. In dem Musikvideo sieht man sie in erotischen Posen und knapper Kleidung in einer Stierkampf Arena Rodeo reiten und wie sie sich auf einer lichtverwehten Sommerwiese mit ihren langen braunen Haaren im hohen Gras einbettet. In ihrer klaren doch zerbrechlichen Stimme singt sie: „Papi, du siehst hier keine Schlampe, auch wenn ich nackt bin“. Nachdem auf ihrem letzten Album „El Mal Querer“, das auf einer okzitanischen Novelle des 13. Jahrhunderts basiert, noch mehr Flamenco als Pop zu hören war, schafft es auf „Motomami“ nur noch ein reiner Flamenco Song - „Bulerías“. Hier offenbart sich beim Hören eine Straßenszene in einer spanischen Seitengasse, oder auch auf einem Marktplatz, wo Rosalía in leidenschaftlichen Drehungen, zwischen reicher Architektur, Trommeln und einer beistehenden, zujubelnden Männergruppe, ihre hohen Töne schmettert. Dieses Bild kontrastiert stark mit ihren bisher veröffentlichten Musikvideos. Sei es das Twerken auf Motorrädern mit ihrer Mädchengang auf einer Autobahnbrücke oder die erotische Tanzeinlage mit roter Feuermähne bei „CHICKEN TERIYAKI“. Doch auch eine so starke Persönlichkeit wie Rosalía bleibt von der Bürde des Ruhms nicht verschont. „La Fama“, ein trauriges Liebeslied im Duett mit TheWeeknd, zeigt die Schattenseiten des Erfolges auf, doch vor allem die von einer Künstlerin, die stets an sich arbeitet und sich entwickelt. Traurig singt sie:


„Ich war zusammen mit meinem Baby, es war etwas Besonderes
Aber ich war besessen von etwas, das ihn verletzt hat
Tausende Lieder gingen durch meinen Kopf und er konnte es sehen
Er hat es mir oft genug gesagt
doch ich hörte nicht auf“


In diesem futuristischen, avantgardistischen Album häutet sich Rosalía öfters wie eine Schlange, oder wie sie in „Saoko“ singt: „Una mariposa, yo me transformo“ (Ich verwandle mich wie ein Schmetterling).

Die katalanische Sängerin Rosalía hat im vorherigen Monat ihr drittes Album namens „Motomami“ veröffentlicht. Sie wagt sich hervor wie kaum jemand anderes in der Musikwelt – hier treffen moderne Trap Beats und raffinierte Popmusik auf eingeschobene Jazz Improvisationen, traditionellen Flamenco und Raggaetöne. Instrumental als auch lyrisch ruft sie feierlich ihre Grenzenlosigkeit aus. „Motomami“, was übersetzt „die Kleine auf dem Motorrad“ heißt, ist nicht nur eine Hommage an ihre Mutter, die als junge Frau in Leder gekleidet, auf ihrer Harley-Davidson die Straßen unsicher machte, sondern auch an die Freiheit und ein abenteuerliches Leben. Unter Freiheit versteht Rosalía vor allem Transformation. Das Album wird mit dem Lied „Saoko“ eröffnet und beginnt mit einer Frage : „Chica, ¿Qué dices?“ („Mädchen, was sagst du?“) Sie antwortet mit „Saoco, Papi, Saoco!“ und verweist damit auf einen alten Party Hit von Wisin und Daddy Yankee, dem sie Tribut zollen möchte. Saoco ist ein Wort, das aus dem Afrikanischen entspringt, doch im Wortschatz der dominikanischen Republik und Puerto Rico gebräuchlich ist und ein unbefangenes, freches Lebensgefühl ausdrückt. Dieses Gefühl bestimmt den Ton des Liedes. Es folgt eine Aufzählung von Dingen, die metaphorisch für Verwandlung stehen – ein brennendes trojanisches Pferd, ein Schmetterling, ein Meteorstrom, Kim Kardashian als sie blond war. In einem Interview mit Genius verrät sie: „Wenn du Veränderung akzeptierst, akzeptierst du auch Widersprüche. Denn vielleicht schien etwas vorher für dich in Ordnung und war eine Art Prinzip für dich, doch wenn du dich veränderst, ist es das plötzlich nicht mehr. Also bedeutet für mich menschlich sein auch automatisch widersprüchlich zu sein.“ Sie ist keine statische Persona und ruft mit „Saoko“ in die Welt hinaus: „Du denkst du weißt wer ich bin? Du denkst du hast alles gesehen? Oh nein!“ So werden in der Mitte des Liedes die harten Beat Töne von einer Free-Jazz-Nummer und lautem Gelächter unterbrochen, das ihre Selbstsicherheit und Integrität unterstreicht. „Saoko“ endet hektisch und schnell wie die letzten Sekunden einer tickenden Zeitbombe, bevor sie zu explodieren droht. Auch wenn Rosalía von der Widersprüchlichkeit schwärmt, scheint sie in ihrem Kosmos nicht existent. Ambivalenzen lösen sich auf, indem sie sie verschmelzen lässt. Das gilt nicht nur für die Musikgenres, sondern auch für sie persönlich. Ihre Modernität entwurzelt sie nicht von ihrer Heimat, ihren familiären Werten und ihrem Glauben. So singt sie im zweiten Vers von „Saoko“:


„Ich weiß wer ich bin, egal wohin ich gehe (…) Ich bin auf dem Fahrersitz, Gott ist mein Leiter“


Gott werde immer ihr oberster Richtwert sein, genau wie ihre Familie. Die Liebe zu dieser ist besonders in „G3 N15“ hörbar – untermauert durch die schmerzliche Sehnsucht, nachdem sie aufgrund der Produktion ihres Albums in den USA und der Corona Pandemie zwei Jahre lang ihre geliebte Heimat verlassen musste. Den Text widmet sie ihrem 10-jährigen Neffen:


„Vergib mir
Was ich verloren habe sind nun schon zwei Jahre
Du bist bereits 10, fast 11
Waren deine Augen Himmelblau oder Aquariumblau?
Ich weiß nicht wie du bist
Ob du lieber Autorennen magst
Raumschiffe oder Segelschiffe“


Während Rosalía diese Zeilen schrieb, befand sie sich in Los Angeles – sie umschreibt die Stadt düster, wo niemand zwischen den Sternen und Nadeln seinen Frieden findet; wo Models zwischen hohen Toren wandeln. Trotz ihres langen Aufenthalts und ihrer internationalen Berühmtheit bleiben ihre Texte Spanisch – nur hier und da finden sich englische Wörter wieder. Wie in ihrem Song „Hentai“, den sie gemeinsam mit Pharrell Williams produziert und geschrieben hat. Eine, wie es melodisch scheint, romantische, märchenhafte Ballade á la Disney, die lyrisch allerdings eine ganz andere Richtung einschlägt. Hentais sind pornografische Animes; der Text ist provokativ und handelt vom sexuellen Verlangen und dem Penis ihres Freundes, den sie als Pistole bezeichnet. In dem Musikvideo sieht man sie in erotischen Posen und knapper Kleidung in einer Stierkampf Arena Rodeo reiten und wie sie sich auf einer lichtverwehten Sommerwiese mit ihren langen braunen Haaren im hohen Gras einbettet. In ihrer klaren doch zerbrechlichen Stimme singt sie: „Papi, du siehst hier keine Schlampe, auch wenn ich nackt bin“. Nachdem auf ihrem letzten Album „El Mal Querer“, das auf einer okzitanischen Novelle des 13. Jahrhunderts basiert, noch mehr Flamenco als Pop zu hören war, schafft es auf „Motomami“ nur noch ein reiner Flamenco Song - „Bulerías“. Hier offenbart sich beim Hören eine Straßenszene in einer spanischen Seitengasse, oder auch auf einem Marktplatz, wo Rosalía in leidenschaftlichen Drehungen, zwischen reicher Architektur, Trommeln und einer beistehenden, zujubelnden Männergruppe, ihre hohen Töne schmettert. Dieses Bild kontrastiert stark mit ihren bisher veröffentlichten Musikvideos. Sei es das Twerken auf Motorrädern mit ihrer Mädchengang auf einer Autobahnbrücke oder die erotische Tanzeinlage mit roter Feuermähne bei „CHICKEN TERIYAKI“. Doch auch eine so starke Persönlichkeit wie Rosalía bleibt von der Bürde des Ruhms nicht verschont. „La Fama“, ein trauriges Liebeslied im Duett mit TheWeeknd, zeigt die Schattenseiten des Erfolges auf, doch vor allem die von einer Künstlerin, die stets an sich arbeitet und sich entwickelt. Traurig singt sie:


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