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Josies Werke

Josies Werke

Die Gefährlichkeit von Narrativen in der Geschichte

Die Gefährlichkeit von Narrativen in der Geschichte

Einleitung

In den 1980er Jahren führten linksliberale Intellektuelle und die Nationalkonservative in Deutschland die Debatte um die Verantwortung gegenüber dem Holocaust, die mit dem Sieg seitens der Linksliberalen mündete. Daraus folgte die Verstaatlichung der Erinnerungspolitik, das Erbauen der Gedenkstätten, die Errichtung des berühmten Mahnmals in Berlin, welches nur jüdischen Opfern galt, und die Zuschreibung der Singularität des Holocausts von dem Wortführer der Debatte: dem Historiker Jürgen Habermas. Besiegelt wurde dieser moralische Umbruch mit der Rede Angela Merkels im Jahre 2008, in welcher sie gegenüber Israel die Staatsräson ausrief.[1]

Die Debatte um die Erinnerungskultur wird bis heute fortgeführt, diesmal im Austausch mit Intellektuellen aus aller Welt, wobei sich mit der Zeit neue Perspektiven in den Diskurs verwoben haben – beleuchtet wird die Möglichkeit der Kontinuitätslinien zwischen Kolonialismus und Holocaust, als auch die Relation zwischen Antisemitismus und Rassismus.[2]

Die Debatte des sogenannten „Historikerstreits 2.0“ verschärfte sich durch die Resolution des Bundestages im Jahr 2019, welche die Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS), von Palästinensern initiiert, als antisemitisch einstufte und die Meinungsfreiheit bezogen auf Kritik der rechtskonservativen Regierung in Israel oder „Relativierungsversuche“ durch Vergleiche von Kolonialismus und dem Holocaust zunehmend beschränkte.[3]

Dieser Essay hinterfragt die Hegemonie der Singularität und beleuchtet die Konsequenzen, die sich durch Narrative in der Geschichte ergeben können. Beginnend mit der Darstellung wie Muslime und Israelis mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen, weiterführend mit der Frage nach der Gültigkeit der Singularität und der Möglichkeit eines neuen Umgangs mit Erinnerungen, plädiert der Essay für eine erweiterte Erinnerungskultur, die andere Gewaltperspektiven integriert.


2. Das Erinnerungsnarrativ an den Holocaust in Israel

Die Staatsgründung Israels, als Erfüllung des Sehnsuchtsortes für Juden, begründet sich auf der tief verwurzelten Symbolik der Nichtwiederholbarkeit des Holocausts. Hierbei schwingt die Gefahr mit, dass jegliche Kritik an Israels Regierung, als ein Infragestellen der Existenz des Staates verkannt wird.[4] Das Handeln der israelischen Regierung wird somit nach dem deutschen Erinnerungsnarrativ, als auch nach dem israelischen Nationalnarrativ, grundsätzlich unangreifbar gemacht. Der israelisch-deutsche Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, porträtiert seine Kindheit in Israel in seinem Essay „Holocausterinnerung und das israelische Nationalnarrativ“, in welcher die Schoah zentral in die politische Kultur, Erziehung und Gesellschaft verwoben wird. Unterstützt werden diese Aufklärungsmaßnahmen seit Ende der 1980er Jahre durch Reisen nach Polen für Soldatinnen und Soldaten, als auch für Jugendgruppen in ehemalige Konzentrationslager. Dabei werden die Jugendlichen in die Opfer hineinversetzt, danach in den Zustand eines Opfers zum Überlebenden überführt, um schließlich ein Bewusstsein als Zeuge vermittelt zu bekommen, der sich der Verantwortung als Verteidiger Israels annehmen muss. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass es in den letzten Jahren Bemühungen gegeben hat auch andere Perspektiven aufzunehmen durch z.B. israelisch-palästinensische Reisefahrten (Stand: Mitte 2023).[5] Die Historikerin Anita Shapira beschreibt den 1962 im Fernsehen ausgestrahlten Eichmann-Prozess als wichtigen Einschnitt in die kollektive Mentalität Israels – seitdem wurde das Opferbewusstsein in die Welt getragen, welches zuvor in den Jahren der Staatsgründung tabuisiert wurde, um das Bild eines selbstbestimmten, neuen Juden aufkommen zu lassen. Die Schoah wurde nochmals hervorgehoben und zentralisiert durch die rechtskonservative Likud-Partei im Jahr 1977, welche das Opferbewusstsein mit Nationalismus und Militarismus vereinte. So flogen beispielsweise symbolhaft Kampfjetflugzeuge über das Konzentrationslager Ausschwitz. Die Historikerin Yael Zerubavel betitelt das Erinnerungsnarrativ an den Holocaust in Israel als eine „Zivilreligion“.[6]


3. Muslime und der Holocaust

Die Journalistin Charlotte Wiedemann erklärt in ihrem 2022 erschienenen Sachbuch „Den Schmerz der anderen begreifen“, dass sie als Deutsche die Schrecken des Holocaust niemals überwinden könnte – jedoch fragt sie sich im gleichen Zuge, ob sie „als Tansanierin, Bosnierin oder Kambodschanerin“ dem Holocaust eine Singularität zuschreiben würde.7 So wird Menschen mit arabischen oder türkischen Wurzeln zunehmend medial vorgeworfen, dass sie keine Empathie für jüdische Opfer empfinden würden, was suggeriert, dass sie eine moralische Unfähigkeit besäßen. Tageszeitungen berichten von Menschen mit muslimischem Hintergrund, die die Besuche von Konzentrationslagern verweigern und schreiben ihnen Neid gegenüber jüdischen Opfern zu, ohne ihren kollektiven Kontext zu beleuchten, woher dieser rühren mag. In Orientierungsprogrammen, welche in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich und in der Schweiz für Muslime ausgearbeitet wurden, sollen sie vor ihrem Eintreffen im neuen Land den Umgang mit dem Holocaust erlernen und Verantwortung übernehmen.8 Da sich Empathie jedoch auf eigene Erfahrungen stützt und sich auf der eigenen Biografie begründet, wird sie nicht wie eine eindimensionale Fähigkeit erlernt, sondern unterschiedlich definiert.9 Wie soll ein Mensch mit türkischem oder arabischem Hintergrund dieselbe Art der Verantwortung übernehmen, wenn dieser Mensch selbst in einer Gesellschaft benachteiligt wird, die die eigentliche Verantwortung trägt, weil sie die Nachfahren einer Tätergesellschaft darstellen? Diese gesellschaftliche Benachteiligung und Rassismus stellen einen weiteren Grund dar, sich der Erinnerung an den Holocaust nicht in derselben Art anzunehmen, wie deutsche Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wie soll der Umgang von Muslimen mit dem Holocaust aussehen, wenn ihr eigener Opferstatus verkannt wird, oder ihre eigenen Empathieprozesse mit indirekter Identifikation mit dem Holocaust durch die eigenen erfahrenen Gewaltgeschichten als Relativierung degradiert wird? Dies verdeutlicht den dogmatischen Umgang der Erinnerungskultur in Deutschland.


10 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 235. 11 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 81. 12 Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024). 13 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 82-83.


4. Die Frage nach der Singularität – Antisemitismus und Rassismus im Vergleich

Im September 2021 meldete sich der Hauptakteur des ersten Historikerstreits Jürgen Habermas über die neuen Debatten des zweitens Historikerstreits in dem Philosophie Magazin zu Wort und gab seine Meinung bezogen auf die weitere Anerkennung der Singularität kund, plädierte jedoch für eine erweiterte Erinnerungskultur, welche Vergleiche zulassen würde. Dabei verweist Habermas auf die Unterscheidung zwischen Antisemitismus mit Jüdinnen und Juden als „innere Staatsfeinde“ und Rassismus mit Kolonisierten als „Fremde“.10 Nach der Historikerin Birgit Rommelspacher unterscheide man zwischen der antisemitischen „Über-Ich-Projektion“, die „dem Anderen“ zu viel Macht, Intelligenz und Wohlstand zuschreibt und der rassistischen „Es-Projektion“, die unzivilisierte, sowie unkultivierte Charaktereigenschaften wie Aggressivität und eine übertriebene Sexualität auszeichnet.11 Zudem ist der Antisemitismus von einer langen christlichen Kultur geprägt, die bis in die Antike zurückreicht und der Rassismus ist an die Welt außerhalb Europas gekoppelt, der als Legitimation für Ausbeutung der „Minderwertigkeit“ fungiert.12 Der Antisemitismus verhält sich also insofern konträr zu dem Rassismus, als dass die Juden nicht in das rassistische Ordnungssystem zugeordnet werden, sondern außerhalb stehen. Zum anderen jedoch wurden zunehmend Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, die vor allem in denselben Abläufen von Zuschreibungen und Ausgrenzungen sichtbar werden. Die historische Zurückführung auf die spanische Reconquista von 1492 gilt als Ursprung für das moderne Verständnis von Rassismus und Antisemitismus – die Ausgrenzung von Juden und Muslimen wurde nicht nur noch durch den Faktor der Religiosität begründet, sondern auch durch die Abstammung von Blut, was durch die Bluteinheitsgesetze in Spanien besiegelt wurde. Dies zeigt auf, dass auch Rassismus durch Verschwörungen ideologisch erklärbar gemacht wird – der antimuslimische Rassismus schreibt muslimischen Menschen ebenfalls die Rolle des inneren Feindes zu, der das christliche Europa zunehmend islamisieren und somit zersetzen würde.13 6 



14 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 105.15 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 82.16 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 235.17 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.18 Ebd. S. 109. 19 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.Auch wenn die Unterscheidung von Antisemitismus und Rassismus grundsätzlich auf theoretischer Ebene anerkannt ist, ist die Lebensrealität der Betroffenen nicht immer eindeutig in „innere Feinde“ und „äußere Feinde“ zu unterscheiden.14 Trotz dessen, dass Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskursiv zu verschwimmen scheinen, bleibt der von dem Historiker Dan Diner geprägte Begriff „der absoluten Vernichtung“ (Diner 2020) von Jüdinnen und Juden bestehen, die ohne Kontext von ökonomischen oder politischen Intentionen erfolgte.15 Diese grundlegende Tatsache der Andersartigkeit des Antisemitismus sollte und darf niemals in Frage gestellt werden, doch sie darf ebenfalls nicht nutzbar gemacht werden, um zu instrumentalisieren und um Gewaltgeschichten zu hierarchisieren. Die Begrifflichkeit der Singularität sollte ebenfalls hinterfragt werden, da Einzigartigkeit einen besonderen Status und eine Unvergleichbarkeit suggeriert. Der deutsche Journalist Mohamed Amjahid spricht von einer „Erinnerungsüberlegenheit“.16


5.Die Möglichkeit vielfältiger Erinnerungen

Muslimen wird oft zugeschrieben demokratiefeindlich zu sein, verstärkt durch den Stereotyp der Rückständigkeit.17 So stellen Muslime das Feindbild der westlichen Welt dar, das beruhend auf selektierten Ereignissen, die tatsächlich geschehen sind, konstruiert wird – in der Öffentlichkeit ergibt sich somit die Repräsentation einer homogen bösartigen Gruppe.18 Außerdem wird ihnen ein grundsätzlich konservatives Weltbild zugeschrieben, das Aufklärung und Modernität verweigern würde.19Die Grenzziehung zwischen Islam, Islamismus und Terrorismus verschwimmt durch die Medien, welche islamische Symbole durch ihre Verknüpfung von Gewalttaten kriminalisieren. Durch die zugeschriebene Rückständigkeit und die angebliche Unfähigkeit westliche Werte zu verinnerlichen, wird ihnen Menschenrechte abgesprochen, wie z.B. die rechtliche

[20] Ebd. S. 114-115. 21 Ebd. S. 273-274. 22 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 242-243.23 Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024).Schlechterstellung in dem Gefangenlager in Guantanamo.20 So werden auch Palästinenser als Feindbild der Demokratie verstanden und die Unterscheidung zwischen ihnen und der Terrororganisation Hamas unkenntlich gemacht. Sie sind ebenfalls mit der Unangreifbarkeit der israelischen Regierung konfrontiert und dem Erinnerungsnarrativ, welches dogmatisch Kritik verhindert.21 Da in der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten die Immigration zugenommen hat, begegnet die deutsche Bevölkerung zunehmend neuen Lebensrealitäten und Erfahrungen von Gewalt und Traumata aus unterschiedlichen Kontexten der Welt. In einer vielfältigen Gesellschaft muss ebenfalls Raum geschaffen werden, um über andere traumatische Ereignisse zu sprechen und um Traumata aufzuarbeiten. Insbesondere bei traumatischen Ereignissen sind Vergleiche und Identifikationen wichtig, sowie das 2017 bei der Zeit veröffentlichte Essay „Werde ich je wissen, ob ich überlebt habe?“ von Wafa Mustafa aufzeigt, in dem die syrische Journalistin und Aktivistin ihre Flucht porträtiert, sowie den Verlust ihres gefangenen Vaters, und ihre Erfahrungen durch die Identifikation mit dem unbekannten Holocaustopfer Małka verarbeitet. Um dies zu ermöglichen sollte der Holocaust ebenfalls als ein „Verflechtungskomplex von Gewaltgeschehen“ untersucht werden, sowie alle anderen Gewaltgeschehen in der Geschichte, was nur gelingt, wenn der Holocaust aus seinem Narrativ der Einzigartigkeit entkleidet wird.[8] 


Fazit

Abschließend lässt sich zusammenführen, dass Narrative in der Geschichte die Gefahr bergen die Freiheit der Forschung zu unterbinden. Diese Freiheit besteht darin sich anInstrumenten der Forschung wie beispielsweise Vergleichen zu bedienen, welcheneue Perspektiven offenlegen und wissenschaftlich etablieren. Historische Ereignissestehen in stetiger Relation zu der Gegenwart und dessen neue Blickwinkel auf das,was geschehen ist und um das, was geschieht, einzuordnen und zu kontextualisieren.Dass der Holocaust in der Geschichte beispiellos ist, steht außer Frage, doch dasNarrativ dieser Beispiellosigkeit darf nicht als Instrumentalisierung genutzt werden, umgegenwärtige Taten zu legitimieren, oder als Unantastbarkeit besiegelt zu werden,insofern, dass Vergleiche unterbindet werden – denn dadurch entsteht eineHerabsetzung gegenüber anderen Formen der Rassismen und Entwürdigung andererGewaltgeschichten. Die Gesellschaft besteht aus einer Vielfalt an Gewaltgeschichtenund die Erinnerungskultur sollte das Ideal bestreben jede Geschichte gleichermaßenzu involvieren.


Quellen:

[1] Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024).

[2] Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 226.

[3] Moses, Dirk A.: Die deutsche Debatte ist von Obsessionen geprägt, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 265.

[4] Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.

[5] Mendel, Meron: Holocausterinnerung und das israelische Nationalnarrativ, in: Mendel, Meron (Hg.): Singularität im Plural. Kolonialismus, Holocaust und der zweite Historikerstreit, Weinheim Basel 2023, S. 131-132.

[6] Ebd. S. 132-133.

[7] Wiedemann, Charlotte: Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis, Berlin 2022, S. 220-221. 8 Özyürek, Esra: Politik der Empathie. Holocaust-Gedenken und Zugehörigkeit von muslimischen Menschen im Nachkriegsdeutschland, in: Mendel, Meron (Hg.): Singularität im Plural. Kolonialismus, Holocaust und der zweite Historikerstreit, Weinheim Basel 2023, S. 64-65. 9 Ebd. S. 66.


Einleitung

In den 1980er Jahren führten linksliberale Intellektuelle und die Nationalkonservative in Deutschland die Debatte um die Verantwortung gegenüber dem Holocaust, die mit dem Sieg seitens der Linksliberalen mündete. Daraus folgte die Verstaatlichung der Erinnerungspolitik, das Erbauen der Gedenkstätten, die Errichtung des berühmten Mahnmals in Berlin, welches nur jüdischen Opfern galt, und die Zuschreibung der Singularität des Holocausts von dem Wortführer der Debatte: dem Historiker Jürgen Habermas. Besiegelt wurde dieser moralische Umbruch mit der Rede Angela Merkels im Jahre 2008, in welcher sie gegenüber Israel die Staatsräson ausrief.[1]

Die Debatte um die Erinnerungskultur wird bis heute fortgeführt, diesmal im Austausch mit Intellektuellen aus aller Welt, wobei sich mit der Zeit neue Perspektiven in den Diskurs verwoben haben – beleuchtet wird die Möglichkeit der Kontinuitätslinien zwischen Kolonialismus und Holocaust, als auch die Relation zwischen Antisemitismus und Rassismus.[2]

Die Debatte des sogenannten „Historikerstreits 2.0“ verschärfte sich durch die Resolution des Bundestages im Jahr 2019, welche die Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS), von Palästinensern initiiert, als antisemitisch einstufte und die Meinungsfreiheit bezogen auf Kritik der rechtskonservativen Regierung in Israel oder „Relativierungsversuche“ durch Vergleiche von Kolonialismus und dem Holocaust zunehmend beschränkte.[3]

Dieser Essay hinterfragt die Hegemonie der Singularität und beleuchtet die Konsequenzen, die sich durch Narrative in der Geschichte ergeben können. Beginnend mit der Darstellung wie Muslime und Israelis mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen, weiterführend mit der Frage nach der Gültigkeit der Singularität und der Möglichkeit eines neuen Umgangs mit Erinnerungen, plädiert der Essay für eine erweiterte Erinnerungskultur, die andere Gewaltperspektiven integriert.


2. Das Erinnerungsnarrativ an den Holocaust in Israel

Die Staatsgründung Israels, als Erfüllung des Sehnsuchtsortes für Juden, begründet sich auf der tief verwurzelten Symbolik der Nichtwiederholbarkeit des Holocausts. Hierbei schwingt die Gefahr mit, dass jegliche Kritik an Israels Regierung, als ein Infragestellen der Existenz des Staates verkannt wird.[4] Das Handeln der israelischen Regierung wird somit nach dem deutschen Erinnerungsnarrativ, als auch nach dem israelischen Nationalnarrativ, grundsätzlich unangreifbar gemacht. Der israelisch-deutsche Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, porträtiert seine Kindheit in Israel in seinem Essay „Holocausterinnerung und das israelische Nationalnarrativ“, in welcher die Schoah zentral in die politische Kultur, Erziehung und Gesellschaft verwoben wird. Unterstützt werden diese Aufklärungsmaßnahmen seit Ende der 1980er Jahre durch Reisen nach Polen für Soldatinnen und Soldaten, als auch für Jugendgruppen in ehemalige Konzentrationslager. Dabei werden die Jugendlichen in die Opfer hineinversetzt, danach in den Zustand eines Opfers zum Überlebenden überführt, um schließlich ein Bewusstsein als Zeuge vermittelt zu bekommen, der sich der Verantwortung als Verteidiger Israels annehmen muss. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass es in den letzten Jahren Bemühungen gegeben hat auch andere Perspektiven aufzunehmen durch z.B. israelisch-palästinensische Reisefahrten (Stand: Mitte 2023).[5] Die Historikerin Anita Shapira beschreibt den 1962 im Fernsehen ausgestrahlten Eichmann-Prozess als wichtigen Einschnitt in die kollektive Mentalität Israels – seitdem wurde das Opferbewusstsein in die Welt getragen, welches zuvor in den Jahren der Staatsgründung tabuisiert wurde, um das Bild eines selbstbestimmten, neuen Juden aufkommen zu lassen. Die Schoah wurde nochmals hervorgehoben und zentralisiert durch die rechtskonservative Likud-Partei im Jahr 1977, welche das Opferbewusstsein mit Nationalismus und Militarismus vereinte. So flogen beispielsweise symbolhaft Kampfjetflugzeuge über das Konzentrationslager Ausschwitz. Die Historikerin Yael Zerubavel betitelt das Erinnerungsnarrativ an den Holocaust in Israel als eine „Zivilreligion“.[6]


3. Muslime und der Holocaust

Die Journalistin Charlotte Wiedemann erklärt in ihrem 2022 erschienenen Sachbuch „Den Schmerz der anderen begreifen“, dass sie als Deutsche die Schrecken des Holocaust niemals überwinden könnte – jedoch fragt sie sich im gleichen Zuge, ob sie „als Tansanierin, Bosnierin oder Kambodschanerin“ dem Holocaust eine Singularität zuschreiben würde.7 So wird Menschen mit arabischen oder türkischen Wurzeln zunehmend medial vorgeworfen, dass sie keine Empathie für jüdische Opfer empfinden würden, was suggeriert, dass sie eine moralische Unfähigkeit besäßen. Tageszeitungen berichten von Menschen mit muslimischem Hintergrund, die die Besuche von Konzentrationslagern verweigern und schreiben ihnen Neid gegenüber jüdischen Opfern zu, ohne ihren kollektiven Kontext zu beleuchten, woher dieser rühren mag. In Orientierungsprogrammen, welche in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich und in der Schweiz für Muslime ausgearbeitet wurden, sollen sie vor ihrem Eintreffen im neuen Land den Umgang mit dem Holocaust erlernen und Verantwortung übernehmen.8 Da sich Empathie jedoch auf eigene Erfahrungen stützt und sich auf der eigenen Biografie begründet, wird sie nicht wie eine eindimensionale Fähigkeit erlernt, sondern unterschiedlich definiert.9 Wie soll ein Mensch mit türkischem oder arabischem Hintergrund dieselbe Art der Verantwortung übernehmen, wenn dieser Mensch selbst in einer Gesellschaft benachteiligt wird, die die eigentliche Verantwortung trägt, weil sie die Nachfahren einer Tätergesellschaft darstellen? Diese gesellschaftliche Benachteiligung und Rassismus stellen einen weiteren Grund dar, sich der Erinnerung an den Holocaust nicht in derselben Art anzunehmen, wie deutsche Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wie soll der Umgang von Muslimen mit dem Holocaust aussehen, wenn ihr eigener Opferstatus verkannt wird, oder ihre eigenen Empathieprozesse mit indirekter Identifikation mit dem Holocaust durch die eigenen erfahrenen Gewaltgeschichten als Relativierung degradiert wird? Dies verdeutlicht den dogmatischen Umgang der Erinnerungskultur in Deutschland.


10 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 235. 11 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 81. 12 Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024). 13 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 82-83.


4. Die Frage nach der Singularität – Antisemitismus und Rassismus im Vergleich

Im September 2021 meldete sich der Hauptakteur des ersten Historikerstreits Jürgen Habermas über die neuen Debatten des zweitens Historikerstreits in dem Philosophie Magazin zu Wort und gab seine Meinung bezogen auf die weitere Anerkennung der Singularität kund, plädierte jedoch für eine erweiterte Erinnerungskultur, welche Vergleiche zulassen würde. Dabei verweist Habermas auf die Unterscheidung zwischen Antisemitismus mit Jüdinnen und Juden als „innere Staatsfeinde“ und Rassismus mit Kolonisierten als „Fremde“.10 Nach der Historikerin Birgit Rommelspacher unterscheide man zwischen der antisemitischen „Über-Ich-Projektion“, die „dem Anderen“ zu viel Macht, Intelligenz und Wohlstand zuschreibt und der rassistischen „Es-Projektion“, die unzivilisierte, sowie unkultivierte Charaktereigenschaften wie Aggressivität und eine übertriebene Sexualität auszeichnet.11 Zudem ist der Antisemitismus von einer langen christlichen Kultur geprägt, die bis in die Antike zurückreicht und der Rassismus ist an die Welt außerhalb Europas gekoppelt, der als Legitimation für Ausbeutung der „Minderwertigkeit“ fungiert.12 Der Antisemitismus verhält sich also insofern konträr zu dem Rassismus, als dass die Juden nicht in das rassistische Ordnungssystem zugeordnet werden, sondern außerhalb stehen. Zum anderen jedoch wurden zunehmend Gemeinsamkeiten herausgearbeitet, die vor allem in denselben Abläufen von Zuschreibungen und Ausgrenzungen sichtbar werden. Die historische Zurückführung auf die spanische Reconquista von 1492 gilt als Ursprung für das moderne Verständnis von Rassismus und Antisemitismus – die Ausgrenzung von Juden und Muslimen wurde nicht nur noch durch den Faktor der Religiosität begründet, sondern auch durch die Abstammung von Blut, was durch die Bluteinheitsgesetze in Spanien besiegelt wurde. Dies zeigt auf, dass auch Rassismus durch Verschwörungen ideologisch erklärbar gemacht wird – der antimuslimische Rassismus schreibt muslimischen Menschen ebenfalls die Rolle des inneren Feindes zu, der das christliche Europa zunehmend islamisieren und somit zersetzen würde.13 6 



14 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 105.15 Arnold, Sina, Axster, Felix: Antisemitismus und Rassismus, in: Ullrich, Peter et. al. (Hg.): Was ist Antisemitismus? Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft, Göttingen 2024, S. 82.16 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 235.17 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.18 Ebd. S. 109. 19 Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.Auch wenn die Unterscheidung von Antisemitismus und Rassismus grundsätzlich auf theoretischer Ebene anerkannt ist, ist die Lebensrealität der Betroffenen nicht immer eindeutig in „innere Feinde“ und „äußere Feinde“ zu unterscheiden.14 Trotz dessen, dass Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskursiv zu verschwimmen scheinen, bleibt der von dem Historiker Dan Diner geprägte Begriff „der absoluten Vernichtung“ (Diner 2020) von Jüdinnen und Juden bestehen, die ohne Kontext von ökonomischen oder politischen Intentionen erfolgte.15 Diese grundlegende Tatsache der Andersartigkeit des Antisemitismus sollte und darf niemals in Frage gestellt werden, doch sie darf ebenfalls nicht nutzbar gemacht werden, um zu instrumentalisieren und um Gewaltgeschichten zu hierarchisieren. Die Begrifflichkeit der Singularität sollte ebenfalls hinterfragt werden, da Einzigartigkeit einen besonderen Status und eine Unvergleichbarkeit suggeriert. Der deutsche Journalist Mohamed Amjahid spricht von einer „Erinnerungsüberlegenheit“.16


5.Die Möglichkeit vielfältiger Erinnerungen

Muslimen wird oft zugeschrieben demokratiefeindlich zu sein, verstärkt durch den Stereotyp der Rückständigkeit.17 So stellen Muslime das Feindbild der westlichen Welt dar, das beruhend auf selektierten Ereignissen, die tatsächlich geschehen sind, konstruiert wird – in der Öffentlichkeit ergibt sich somit die Repräsentation einer homogen bösartigen Gruppe.18 Außerdem wird ihnen ein grundsätzlich konservatives Weltbild zugeschrieben, das Aufklärung und Modernität verweigern würde.19Die Grenzziehung zwischen Islam, Islamismus und Terrorismus verschwimmt durch die Medien, welche islamische Symbole durch ihre Verknüpfung von Gewalttaten kriminalisieren. Durch die zugeschriebene Rückständigkeit und die angebliche Unfähigkeit westliche Werte zu verinnerlichen, wird ihnen Menschenrechte abgesprochen, wie z.B. die rechtliche

[20] Ebd. S. 114-115. 21 Ebd. S. 273-274. 22 Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 242-243.23 Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024).Schlechterstellung in dem Gefangenlager in Guantanamo.20 So werden auch Palästinenser als Feindbild der Demokratie verstanden und die Unterscheidung zwischen ihnen und der Terrororganisation Hamas unkenntlich gemacht. Sie sind ebenfalls mit der Unangreifbarkeit der israelischen Regierung konfrontiert und dem Erinnerungsnarrativ, welches dogmatisch Kritik verhindert.21 Da in der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten die Immigration zugenommen hat, begegnet die deutsche Bevölkerung zunehmend neuen Lebensrealitäten und Erfahrungen von Gewalt und Traumata aus unterschiedlichen Kontexten der Welt. In einer vielfältigen Gesellschaft muss ebenfalls Raum geschaffen werden, um über andere traumatische Ereignisse zu sprechen und um Traumata aufzuarbeiten. Insbesondere bei traumatischen Ereignissen sind Vergleiche und Identifikationen wichtig, sowie das 2017 bei der Zeit veröffentlichte Essay „Werde ich je wissen, ob ich überlebt habe?“ von Wafa Mustafa aufzeigt, in dem die syrische Journalistin und Aktivistin ihre Flucht porträtiert, sowie den Verlust ihres gefangenen Vaters, und ihre Erfahrungen durch die Identifikation mit dem unbekannten Holocaustopfer Małka verarbeitet. Um dies zu ermöglichen sollte der Holocaust ebenfalls als ein „Verflechtungskomplex von Gewaltgeschehen“ untersucht werden, sowie alle anderen Gewaltgeschehen in der Geschichte, was nur gelingt, wenn der Holocaust aus seinem Narrativ der Einzigartigkeit entkleidet wird.[8] 


Fazit

Abschließend lässt sich zusammenführen, dass Narrative in der Geschichte die Gefahr bergen die Freiheit der Forschung zu unterbinden. Diese Freiheit besteht darin sich anInstrumenten der Forschung wie beispielsweise Vergleichen zu bedienen, welcheneue Perspektiven offenlegen und wissenschaftlich etablieren. Historische Ereignissestehen in stetiger Relation zu der Gegenwart und dessen neue Blickwinkel auf das,was geschehen ist und um das, was geschieht, einzuordnen und zu kontextualisieren.Dass der Holocaust in der Geschichte beispiellos ist, steht außer Frage, doch dasNarrativ dieser Beispiellosigkeit darf nicht als Instrumentalisierung genutzt werden, umgegenwärtige Taten zu legitimieren, oder als Unantastbarkeit besiegelt zu werden,insofern, dass Vergleiche unterbindet werden – denn dadurch entsteht eineHerabsetzung gegenüber anderen Formen der Rassismen und Entwürdigung andererGewaltgeschichten. Die Gesellschaft besteht aus einer Vielfalt an Gewaltgeschichtenund die Erinnerungskultur sollte das Ideal bestreben jede Geschichte gleichermaßenzu involvieren.


Quellen:

[1] Wildt, Michael: Was heißt: Singularität des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1, URL: Was heißt: Singularität des Holocaust? | Zeithistorische Forschungen (zeithistorische-forschungen.de) (eingesehen am: 13.08.2024).

[2] Rothberg, Michael: Gelebte Multidirektionalität. Der „Historikerstreit 2.0“ und die Politiken der Holocausterinnerung, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 226.

[3] Moses, Dirk A.: Die deutsche Debatte ist von Obsessionen geprägt, in: Zimmerer, Jürgen (Hg.): Erinnerungskämpfe. Neues deutsches Geschichtsbewusstsein, Ditzingen 2023, S. 265.

[4] Schiffer, Sabine, Wagner, Constantin: Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich, Frankfurt/Main 2021, S. 272.

[5] Mendel, Meron: Holocausterinnerung und das israelische Nationalnarrativ, in: Mendel, Meron (Hg.): Singularität im Plural. Kolonialismus, Holocaust und der zweite Historikerstreit, Weinheim Basel 2023, S. 131-132.

[6] Ebd. S. 132-133.

[7] Wiedemann, Charlotte: Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis, Berlin 2022, S. 220-221. 8 Özyürek, Esra: Politik der Empathie. Holocaust-Gedenken und Zugehörigkeit von muslimischen Menschen im Nachkriegsdeutschland, in: Mendel, Meron (Hg.): Singularität im Plural. Kolonialismus, Holocaust und der zweite Historikerstreit, Weinheim Basel 2023, S. 64-65. 9 Ebd. S. 66.


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