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Kunst

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Pashanim, Symba und Viko63 - die Sprachrohre der Generation Z

Pashanim, Symba und Viko63 - die Sprachrohre der Generation Z

Wenn jemand repräsentativ für unsere Jugendkultur stehen kann, dann sind es wohl diese Künstler. Man assoziiert sie sofort mit Berlin – die Hochburg der Hipster und des alternativen Lebensstils. Ich denke an Altbauwohnungen. Jugendstil-Fassaden. Hohe Decken. Treppenhäuser schön. Schlaf zehn Stunden Minimum, daran könnt' ich mich gewöhn'. Hochgewölbte weiße Decken mit Stuck, minimalistische Einrichtungen. Die stetige Auslebung und Selbstergründung durch Kunst und Mode – das Bedienen an der 90er und 2000er Popkultur. (So widmet Symba der PS2 einen gesamten Song). Zwanghaftes Suchen nach der eigenen Identität. Aufgeweckt sein für das politische Weltgeschehen, einen Beitrag posten: „Fuck Nazis“ und raus in die Großstadt. Leuchtender Kiosk, Saka Wasser kaufen und dann schnell weiter. Freiheitliches Treiben, glühende Kippen in der Nacht zwischen weißen Häuserblocks. Angels sippen. Wein trinken ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern viel eher eine Eintrittskarte in die liberale, digitale Avantgarde. Junge Menschen schwärmen trotz des ersehnten Individualismus wie Massenprodukte durch Baumalleen und Stadtparks, ihrer konstruierten Kunstfigur auf Instagram nachahmend. Eine Generation, die die Grenzen endgültig auflösen will und keine Tabus mehr kennt. Eine Generation, die zutiefst kapitalistisch und materialistisch ist – man könnte fast sagen eine Art kapitalistischen Moralismus erweckt. Uneingeschränkte Möglichkeiten, das Streben nach ungestillter Lust. Viko63 rappt bei einer ABOVEGROUND Session in einer alten Lagerhalle mit Techno Beats im Hintergrund: „Sie tanzt mit dem Rücken an der Wand. Der Schweiß fließt in Massen wie der Wein am Ausschank. Bro, sie hüpft auf und ab wie ein Flummi in der Stadt. Sie flüstert in mein Ohr, ob ich ein Gummi 'bei hab'.“ Authentisch zeigt er den Lebensstil junger Menschen auf. Sex wird in Vikos Liedern häufig thematisiert und scheint wohl sein Freiheitsgefühl zu untermauern. Bedingungslose sexuelle Auslebung ohne Verurteilung ist in ihrem Kosmos schon längst verwirklicht. Frauen werden nicht für ihr sexuelles Verhalten degradiert und als Schlampe abgewertet, sondern es gilt als selbstverständlich, dass das Mädchen im Club nicht naiv nach Liebe sucht, sondern auch nur nach Vergnügen. Tatsächlich kommt der Newcomer nicht aus Berlin und hat vielleicht auch noch nicht den Legendenstatus von Pashanim und Symba erreicht, doch auch er vermittelt die liberalen Werte und die künstlerische Lebensart, die dort vertreten sind.

ree

Viko63 und seine Freunde bei ABOVEGROUND


Gefühle werden offen bekundet. Alte Liebe in mein' Traum. Neue Liebe in mein' Arm. Es gibt im Allgemeinen vieles, was den New-Wave Rap von dem Alten abgrenzt. Auch wenn sie sich ebenfalls mit Marken profilieren, sind es doch nicht die teuersten und nicht welche, die für die breite Masse vollkommen unzugänglich sind. Manchmal ist es auch einfach ein Airwaves Kaugummi. Außerdem tun sie es nicht um damit anzugeben und um auf ihre „Reichtümer“ aufmerksam zu machen, sondern um Bezugspunkte zu ihren Fans herzustellen. So zum Motto: „Hey, den Shit feiern wir auch gerade.“ Es ist eher ein Austausch. Besonders bei Symbas Liedern macht sich eine gewisse Selbstironie, gar Satire bemerkbar. So glorifiziert er keinen Drogenmissbrauch und rappt nicht von Kokain, sondern von Capri Sonne, Fanta und Maxi King. Gerade Symba spielt stark mit Abstraktheit. Seine Texte sind zusammenhangslos und sinnfrei, doch gerade das macht seinen Charme aus. Er stellt sich in keine Sonderstellung und entzieht sich der Rolle des Moralapostels, der tiefgründige Botschaften vermittelt, obwohl ich mir sicher bin, dass er es könnte. Doch das muss er gar nicht. Die Dinge, für die er steht, lebt er. Nicht nur lyrisch ist er mit seinen Wortspielen expressiv, sondern auch in seinen Bewegungen, die scheinbar impulsartig, wie frei zuckende Blitze aus seinem Innersten entspringend nach außen getragen werden. Und auch wenn man beim Hören von Angels sippen zwischenzeitlich den Gedanken nicht loswird, dass sich hinter all der lyrischen Sinnlosigkeit in Wahrheit eine Message verbergen könnte, macht spätestens die letzte Zeile diese Vermutung zu nichte und bringt die Lebensart des Künstlers seltsamerweise passend und exakt zum Ausdruck. „Ein Playboy tut, was ein Playboy halt tut.“ In einer Welt, die an Nachrichten, Informationen und Komplexität zu versinken droht, räumt sich Symba seine Freiheit ein, indem er die großen Fragen ruhen lässt.


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Symba via Instagram @symba_1m


Pashanim hingegen unterscheidet sich stark von Vikos und Symbas Stil. Er verkörpert das depressive, dunkle Berlin und auch die Hoffnungslosigkeit unserer Generation. Unsere Unschuld durch die Medien abgetötet, tragen wir die vererbte Ignoranz unserer Eltern nicht weiter, wir stellen uns den Problemen und versuchen Lösungen zu finden. Die große bittere Konsequenz – unser Geist zu schnell ausgereift, stirbt die Leichtlebigkeit und unser inneres Kind viel zu schnell. Wir sind Engel doch gefalln'. 2000 in Berlin. Heute fahr'n wir durch die Hood und woll'n Tausender verdien'n. Die Flügel sind gebrochen und die Seel'n werden kalt. Ich werd' höchstens dreißig. Canim nein, ich werd' nicht alt. In seinem Lied Hauseingang porträtiert er melancholisch das Straßenleben in Berlin. Nächtliches Herumziehen durch die Blocks. Kriminalität - dein vertrauter Freund. RB030, der wie ein mysteriöser Held immer wieder in Pashas und Symbas Liedern benannt wird und Teil ihres Labels Playboys Mafia ist, raucht seine gewohnten zwei Gramm. Tiefe, Schwarze Pfützen auf den Straßen, verschwommene Lichter und graue U-Bahn-Stationen. „Meine Gegend, meine Stadt. Hör den Regen ganze Nacht. Meine Augen werden schwer, weil ich war zu lange wach“ rappt er in seinem aktuellsten Lied Sommergewitter. Die Cops warn bei RB, häng auf IG, hoffen sie fassen uns. Sie kamen alleine rein, weil seine Mama war nicht da. Sein Nachbar macht ihnen auf, ist es überhaupt legal? Wie jung Pashanim ist, scheint man oft zu vergessen, doch wenn man sich gerade bei solchen Zeilen sein Alter vor Augen führt, stellt man mit Erschrecken fest, wie viel er schon erlebt haben muss. Er schmückt sich nicht mit erfundenen Geschichten wie so manch anderer und erschafft keine fiktive Kunstfigur. Seine Kunst ist ein natürliches Produkt seines tatsächlichen Lebens. Seine Kunst ist ein Spiegel seines tatsächlichen Lebens. „Sie hat gehört ich werd' erpresst und sie fragt mich ob es stimmt. Aber Baby ich bin good, glaub mir, das ist alles taff und sie schreibt mir um halb drei in 'ner warmen Sommernacht.“ Seit dem letzten Jahr kursieren Gerüchte, dass die Playboys Mafia durch einen Klan erpresst wird, denn immer wieder erklären sie feierlich in ihren Liedern, das Berlin ihre Stadt ist. Und das ist sie auch. Wir können nur hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt, denn schon jetzt ist die Bürde seines Erfolges sehr präsent, als auch ein starkes Gefühl von Traurigkeit und Lethargie. „Und du weißt, in mei'm Herz hab' ich kein Platz, doch ich schreib' dir um halb drei in 'ner warmen Sommernacht.“


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Pashanim via Instagram @canonulldreinull


Eines steht nach dem Hören ihrer Lieder fest: Niemand umschreibt besser, wie wir uns als Kollektiv fühlen. Sie umschreiben Nostalgie, unsere Liebe für Vintage Klamotten und 90s vibes. Vielleicht vergöttern wir diese Dinge, weil sie eine Gesellschaft widerspiegeln, in der es noch kein Social Media gab und somit auch kein Leistungsdruck und stetiges Vergleichen. Es gibt uns ein Gefühl der Unbeschwertheit. Sie begründen eine neue Stilrichtung in der Musikbranche. Lieder hinter denen, auch wenn sie auf den ersten Blick kommerziell erscheinen, sehr viel künstlerischer Ausdruck steht. Man könnte Viko und Symba aufgrund ihrer Wortkunst schon fast als Surrealisten bezeichnen, die auf moderne Art und Weise an Berlins Vermächtnis anknüpfen. Endlich wieder Leute, die rotzig sind. Im Handy sind Risse, es stinkt nach Döner und Pisse. Am Wochenende mit Ische, sie geht mit mir in die Kiste. Sie bewegt sich so grazil, sie schwimmt im Wasser wie Fische. Ich trinke Bier, keine Mische, Cops in der Bahn und ich zische. Und wenn Symba und Viko die Surrealisten sind, ist Pashanim mit seinem Sinn für Melancholie und musikalischer Raffinesse wie ein deutscher, moderner Kurt Cobain.

Wenn jemand repräsentativ für unsere Jugendkultur stehen kann, dann sind es wohl diese Künstler. Man assoziiert sie sofort mit Berlin – die Hochburg der Hipster und des alternativen Lebensstils. Ich denke an Altbauwohnungen. Jugendstil-Fassaden. Hohe Decken. Treppenhäuser schön. Schlaf zehn Stunden Minimum, daran könnt' ich mich gewöhn'. Hochgewölbte weiße Decken mit Stuck, minimalistische Einrichtungen. Die stetige Auslebung und Selbstergründung durch Kunst und Mode – das Bedienen an der 90er und 2000er Popkultur. (So widmet Symba der PS2 einen gesamten Song). Zwanghaftes Suchen nach der eigenen Identität. Aufgeweckt sein für das politische Weltgeschehen, einen Beitrag posten: „Fuck Nazis“ und raus in die Großstadt. Leuchtender Kiosk, Saka Wasser kaufen und dann schnell weiter. Freiheitliches Treiben, glühende Kippen in der Nacht zwischen weißen Häuserblocks. Angels sippen. Wein trinken ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern viel eher eine Eintrittskarte in die liberale, digitale Avantgarde. Junge Menschen schwärmen trotz des ersehnten Individualismus wie Massenprodukte durch Baumalleen und Stadtparks, ihrer konstruierten Kunstfigur auf Instagram nachahmend. Eine Generation, die die Grenzen endgültig auflösen will und keine Tabus mehr kennt. Eine Generation, die zutiefst kapitalistisch und materialistisch ist – man könnte fast sagen eine Art kapitalistischen Moralismus erweckt. Uneingeschränkte Möglichkeiten, das Streben nach ungestillter Lust. Viko63 rappt bei einer ABOVEGROUND Session in einer alten Lagerhalle mit Techno Beats im Hintergrund: „Sie tanzt mit dem Rücken an der Wand. Der Schweiß fließt in Massen wie der Wein am Ausschank. Bro, sie hüpft auf und ab wie ein Flummi in der Stadt. Sie flüstert in mein Ohr, ob ich ein Gummi 'bei hab'.“ Authentisch zeigt er den Lebensstil junger Menschen auf. Sex wird in Vikos Liedern häufig thematisiert und scheint wohl sein Freiheitsgefühl zu untermauern. Bedingungslose sexuelle Auslebung ohne Verurteilung ist in ihrem Kosmos schon längst verwirklicht. Frauen werden nicht für ihr sexuelles Verhalten degradiert und als Schlampe abgewertet, sondern es gilt als selbstverständlich, dass das Mädchen im Club nicht naiv nach Liebe sucht, sondern auch nur nach Vergnügen. Tatsächlich kommt der Newcomer nicht aus Berlin und hat vielleicht auch noch nicht den Legendenstatus von Pashanim und Symba erreicht, doch auch er vermittelt die liberalen Werte und die künstlerische Lebensart, die dort vertreten sind.

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Viko63 und seine Freunde bei ABOVEGROUND


Gefühle werden offen bekundet. Alte Liebe in mein' Traum. Neue Liebe in mein' Arm. Es gibt im Allgemeinen vieles, was den New-Wave Rap von dem Alten abgrenzt. Auch wenn sie sich ebenfalls mit Marken profilieren, sind es doch nicht die teuersten und nicht welche, die für die breite Masse vollkommen unzugänglich sind. Manchmal ist es auch einfach ein Airwaves Kaugummi. Außerdem tun sie es nicht um damit anzugeben und um auf ihre „Reichtümer“ aufmerksam zu machen, sondern um Bezugspunkte zu ihren Fans herzustellen. So zum Motto: „Hey, den Shit feiern wir auch gerade.“ Es ist eher ein Austausch. Besonders bei Symbas Liedern macht sich eine gewisse Selbstironie, gar Satire bemerkbar. So glorifiziert er keinen Drogenmissbrauch und rappt nicht von Kokain, sondern von Capri Sonne, Fanta und Maxi King. Gerade Symba spielt stark mit Abstraktheit. Seine Texte sind zusammenhangslos und sinnfrei, doch gerade das macht seinen Charme aus. Er stellt sich in keine Sonderstellung und entzieht sich der Rolle des Moralapostels, der tiefgründige Botschaften vermittelt, obwohl ich mir sicher bin, dass er es könnte. Doch das muss er gar nicht. Die Dinge, für die er steht, lebt er. Nicht nur lyrisch ist er mit seinen Wortspielen expressiv, sondern auch in seinen Bewegungen, die scheinbar impulsartig, wie frei zuckende Blitze aus seinem Innersten entspringend nach außen getragen werden. Und auch wenn man beim Hören von Angels sippen zwischenzeitlich den Gedanken nicht loswird, dass sich hinter all der lyrischen Sinnlosigkeit in Wahrheit eine Message verbergen könnte, macht spätestens die letzte Zeile diese Vermutung zu nichte und bringt die Lebensart des Künstlers seltsamerweise passend und exakt zum Ausdruck. „Ein Playboy tut, was ein Playboy halt tut.“ In einer Welt, die an Nachrichten, Informationen und Komplexität zu versinken droht, räumt sich Symba seine Freiheit ein, indem er die großen Fragen ruhen lässt.


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Symba via Instagram @symba_1m


Pashanim hingegen unterscheidet sich stark von Vikos und Symbas Stil. Er verkörpert das depressive, dunkle Berlin und auch die Hoffnungslosigkeit unserer Generation. Unsere Unschuld durch die Medien abgetötet, tragen wir die vererbte Ignoranz unserer Eltern nicht weiter, wir stellen uns den Problemen und versuchen Lösungen zu finden. Die große bittere Konsequenz – unser Geist zu schnell ausgereift, stirbt die Leichtlebigkeit und unser inneres Kind viel zu schnell. Wir sind Engel doch gefalln'. 2000 in Berlin. Heute fahr'n wir durch die Hood und woll'n Tausender verdien'n. Die Flügel sind gebrochen und die Seel'n werden kalt. Ich werd' höchstens dreißig. Canim nein, ich werd' nicht alt. In seinem Lied Hauseingang porträtiert er melancholisch das Straßenleben in Berlin. Nächtliches Herumziehen durch die Blocks. Kriminalität - dein vertrauter Freund. RB030, der wie ein mysteriöser Held immer wieder in Pashas und Symbas Liedern benannt wird und Teil ihres Labels Playboys Mafia ist, raucht seine gewohnten zwei Gramm. Tiefe, Schwarze Pfützen auf den Straßen, verschwommene Lichter und graue U-Bahn-Stationen. „Meine Gegend, meine Stadt. Hör den Regen ganze Nacht. Meine Augen werden schwer, weil ich war zu lange wach“ rappt er in seinem aktuellsten Lied Sommergewitter. Die Cops warn bei RB, häng auf IG, hoffen sie fassen uns. Sie kamen alleine rein, weil seine Mama war nicht da. Sein Nachbar macht ihnen auf, ist es überhaupt legal? Wie jung Pashanim ist, scheint man oft zu vergessen, doch wenn man sich gerade bei solchen Zeilen sein Alter vor Augen führt, stellt man mit Erschrecken fest, wie viel er schon erlebt haben muss. Er schmückt sich nicht mit erfundenen Geschichten wie so manch anderer und erschafft keine fiktive Kunstfigur. Seine Kunst ist ein natürliches Produkt seines tatsächlichen Lebens. Seine Kunst ist ein Spiegel seines tatsächlichen Lebens. „Sie hat gehört ich werd' erpresst und sie fragt mich ob es stimmt. Aber Baby ich bin good, glaub mir, das ist alles taff und sie schreibt mir um halb drei in 'ner warmen Sommernacht.“ Seit dem letzten Jahr kursieren Gerüchte, dass die Playboys Mafia durch einen Klan erpresst wird, denn immer wieder erklären sie feierlich in ihren Liedern, das Berlin ihre Stadt ist. Und das ist sie auch. Wir können nur hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt, denn schon jetzt ist die Bürde seines Erfolges sehr präsent, als auch ein starkes Gefühl von Traurigkeit und Lethargie. „Und du weißt, in mei'm Herz hab' ich kein Platz, doch ich schreib' dir um halb drei in 'ner warmen Sommernacht.“


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Pashanim via Instagram @canonulldreinull


Eines steht nach dem Hören ihrer Lieder fest: Niemand umschreibt besser, wie wir uns als Kollektiv fühlen. Sie umschreiben Nostalgie, unsere Liebe für Vintage Klamotten und 90s vibes. Vielleicht vergöttern wir diese Dinge, weil sie eine Gesellschaft widerspiegeln, in der es noch kein Social Media gab und somit auch kein Leistungsdruck und stetiges Vergleichen. Es gibt uns ein Gefühl der Unbeschwertheit. Sie begründen eine neue Stilrichtung in der Musikbranche. Lieder hinter denen, auch wenn sie auf den ersten Blick kommerziell erscheinen, sehr viel künstlerischer Ausdruck steht. Man könnte Viko und Symba aufgrund ihrer Wortkunst schon fast als Surrealisten bezeichnen, die auf moderne Art und Weise an Berlins Vermächtnis anknüpfen. Endlich wieder Leute, die rotzig sind. Im Handy sind Risse, es stinkt nach Döner und Pisse. Am Wochenende mit Ische, sie geht mit mir in die Kiste. Sie bewegt sich so grazil, sie schwimmt im Wasser wie Fische. Ich trinke Bier, keine Mische, Cops in der Bahn und ich zische. Und wenn Symba und Viko die Surrealisten sind, ist Pashanim mit seinem Sinn für Melancholie und musikalischer Raffinesse wie ein deutscher, moderner Kurt Cobain.

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