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Bohèmen Spezial

Bohèmen Spezial

Bohemen Spezial. Meet Jonathan.

Bohemen Spezial. Meet Jonathan.

Willkommen zu unserem neuen Format - Bohèmen Spezial! Hier werden wir jungen Künstler*innen und interessanten Persönlichkeiten eine Plattform bieten, um ihre Kunst nach außen zu tragen, oder über wichtige Anliegen zu sprechen. Unser erster artist ist Jonathan. Jonathan ist 24 Jahre alt, kommt aus Hamburg und ist angehender Musikjournalismus-Student. Musik war schon immer ein treuer Begleiter und Helfer in seinem Leben, um Gedanken zu ordnen und eigene Gefühle zu verstehen. In seinen Liedern kommt kein Gefühl zu kurz - sei es Verliebtsein, Lethargie, oder Freude. Aus allem schafft er einen Sinn und Zweck. Tiefere Einblicke in seine Kunst und seinen kreativen Prozess gewinnt ihr im folgenden Interview :


War Musik schon immer ein großer Teil deines Lebens?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon als kleines Kind ganz viel vor mich her gesungen und habe mir damals vorgestellt, wie es wohl wäre auf VIVA seine eigenen Musik Videos laufen zu haben, wie der eigene Name und Songtitel eingeblendet wird. Dann habe ich immer eine Fantasie Sprache gesungen, weil ich noch keinen Plan von Texten schreiben hatte. Ich bin jetzt nicht in einem krass musikalischen Haushalt groß geworden. Mein Vater spielt schon hin und wieder Gitarre und singt auch gerne, aber das Verlangen Musik zu machen und die Liebe zur Musik ist schon irgendwie intrinsisch.


Wann hast du angefangen selbst Musik zu machen bzw. Lieder zu schreiben?

Das dürfte so mit 12/13 gewesen sein. Ich weiß noch, dass zwei Freunde und ich im Musikunterricht ein Lied schreiben sollten. Ich weiß auch noch, dass der Song den Titel „Fliegen“ hatte. Mein Fokus lag schon immer eher auf den Texten. Und so habe ich danach angefangen englische Texte zu schreiben, einfach weil ich englisch damals deutlich cooler fand als deutsch. Die Gitarre kam erst später dazu. Wahrscheinlich so eineinhalb Jahre nachdem ich mit dem Texten angefangen habe. Dann aber nur notdürftig sozusagen. Ich habe einfach ein paar Akkorde drunter gespielt damit ich meine Texte auch endlich singen konnte.


Certain songs once made me sad
Until you sang along
Now, they make me smile
'Cause you sing along


What used to feel so wrong
Finally feels right and like a brand new start
It's a shot straight through my heart


How am I supposed to breathe
When you take my breath away?
I'm so eager to listen
To the words you have to say


You think that I exaggerate
That I take this way too far
But it's a shot straight through my heart


Every world you can imagine
Is yours to conquer
Your devine feminine
Is a source of power


I could stare at you for hours
Your portrait is a work of art
It's a shot straight through my heart


You're the reason for my stupid smile
My words of honesty are overdue
I feel a strong desire
To be happy, when I think of you
You're the light that shines through
The door when it's left ajar
You're a shot straight through my heart


Was inspiriert dich?

Alles Kreative. Ich lese viel, was natürlich den Sprach- und Schreibfluss fördert. Dazu finde ich es sehr inspirierend zu sehen, wenn andere Menschen kreativ arbeiten, oder von ihrer Leidenschaft erzählen. Das motiviert mich auch zusätzlich. Aber, in erster Linie ist es dann schon die Musik - insbesondere neue Musik. So kann ich bestimmte Worte und neue Sounds hören, die bewirken, dass es in meinem Kopf irgendwie Klick macht und dass ich auf einmal eine eigene Idee entwickel. Was mir besonders gefällt ist die instrumentale Musik. Denn es gibt keine Texte, die mir sagen, wie ich mich irgendwie zu fühlen habe, sondern ich kann mich ganz von der Musik leiten lassen und darauf schreibe ich dann auch manchmal Texte. Daraus resultiert nicht immer ein richtiger Song, aber es gibt Textpassagen, die ich dann aufgreife, nochmal umändere und weiter entwickel.


Ist das Schreiben von Songtexten ein natürlicher Prozess für dich oder musst du dich manchmal auch dazu zwingen?

In erster Linie ein natürlicher Prozess. Gerade wenn ich joggen gehe oder unterwegs bin, kommen die Fragen von alleine. Ich vertraue quasi darauf, dass mein Kopf mir intuitiv diese eine neue Zeile gibt und ich damit weiterarbeiten kann. Wenn ich dann anfange die Wörter in mein Handy einzutippen ist es natürlich schon ein bewusstes sich damit befassen. Diese Inspiration versuche ich dann festzuhalten, bis sie wieder abebbt. Danach kommt der Teil der auch mal ein bisschen wehtun kann. Dann kann es halt auch mal vorkommen, dass ich eine gefühlte Ewigkeit dasitze, nur Mist schreibe, oder auch ganz häufig gar nichts. Aber, es ist wichtig sich aus der Komfortzone zu begeben, denn da lauern manchmal spannende Gedanken oder Einfälle, die einem dann im Optimalfall wieder inspirieren.


Das schließt auch gut an die nächste Frage an – wie gehst du mit Blockaden um?

Immer weiterschreiben. Dann löst sich, meiner Erfahrung nach, die Blockade meist wieder von selbst. Oder den Stift, beziehungsweise das Handy mal ablegen und den Kopf freibekommen. Egal ob mit Kochen, Sport, Wäsche waschen oder Videospiele spielen. Es ist auch die Frage ob man Blockaden immer auf die Goldwaage legen muss, weil sie einfach zu einem kreativen Prozess dazugehören.


Wie gehst du mit dem Gefühl um zu Scheitern?

Im Teenageralter habe ich mich ein paar Mal für "Dein Song“ beworben. Das ist eine Songwriter-Castingshow auf KIKA. Ich habe es nie geschafft in die Show zu kommen. Das ist dann natürlich schwierig, gerade in jungen Jahren, damit klarzukommen wenn deine kreativen Werke abgelehnt werden. Doch meiner Leidenschaft hat es schon damals keinen Abbruch getan. Der Antrieb war und ist immer da und motiviert mich, noch besser zu werden und nie aufzuhören zu schreiben und zu erschaffen. Scheitern ist für mich relativ und quasi eine Weggabelung. Der eine Weg ist gesperrt. Also nehme ich halt den anderen Weg. Ans Ziel kommt man, wenn man es wirklich will, so oder so. Davon bin ich überzeugt!


Was möchtest du mit deiner Musik vermitteln?

Es würde mich freuen wenn Menschen, die meine Musik hören sich mit dem was sie hören bewusst auseinandersetzen. Musik gerät im wahrsten Sinne immer mehr in den Hintergrund und wird teilweise gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Und ich will mich da nicht rausnehmen. Ich mache auch gerne mal eine Playlist an um aufzuräumen oder damit ich besser einschlafen kann. Ich möchte halt gerne den Punkt erreichen, wo ich auf jeder Ebene den Hörer etwas fühlen lassen und zum denken bewegen kann. Egal, ob es die Texte, die Melodie oder die Instrumentalisierung ist.


Ich bin chronisch müde
Ich werd' nicht richtig wach
könnte mich in Kaffee ertränken
und wäre trotzdem zu schwach


um aus dem Bett zu steigen
und meine Probleme anzuegehen
wenn ich ans duschen denke
fange ich an zu gähnen


und was nicht hilft sind die Gedanken
die Gewichte in meinem Kopf
zu viele ungesagte Dinge
und Sorgen wurden da hineingrstopft


Vielleicht bin ich lethargisch
oder zu faul
das denken sie
vielleicht bin ich ein bisschen
so ein kleines, kleines bisschen depressiv


Gibt es ein Projekt an das du dich noch nicht herangetraut hast?

Ich habe tatsächlich 2015 schon mal zwei Songs veröffentlicht und habe letztes Jahr mit einem Produzenten an einem Song gearbeitet. Zumindest haben wir angefangen. Das hat sich dann so ein bisschen im Sande verlaufen


Was macht für dich einen guten Künstler aus?

Ein Künstler, der nicht davor zurückschreckt zu experimentieren und der seine eigenen Ideen auch wirklich umsetzt. Der nicht das Gefühl hat anderen Leuten irgendwas beweisen zu müssen und nur schreibt mit dem Hintergedanken, dass es anderen gefallen oder zusagen muss. Jemand der weiß, dass es quasi um einen selber geht. Man sollte zuerst sich selber eine Freude machen mit der Kunst. Vor allem ist es wichtig kein Blatt vor dem Mund zu nehmen und wirklich das zu sagen was man denkt.


Was bedeutet schreiben für dich?

Gefühle und Gedanken einzuordnen, die in meinem Kopf herumschwirren. Die Möglichkeit sich in Ruhe damit auseinanderzusetzen und bewusst anderen Leuten mitteilen zu können wie man sich fühlt. Mir fällt es schwer in einem persönlichen Gespräch on point zu vermitteln, wie es mir gerade geht. Deshalb ist es gut vorerst darüber zu schreiben und weil ich es dann für mich tue, begegne ich der Sache mit Ehrlichkeit. Es fällt mir so auch einfacher, mit der Sprache rauszurücken.


Bist du mit der aktuellen Musikszene zufrieden?

Jein. Kommt darauf an von welcher Musikszene wir genau sprechen. Die deutsche Musikszene nicht wirklich. Ich versuche immer, egal welche Art von Musik es ist, als Kunst zu betrachten und als etwas, was Leute erschaffen haben und Spaß daran hatten. Die Leute, die es dann hören, hatten im Optimal Fall auch Spaß daran es zu hören. Dementsprechend will ich gar nicht die Musik an sich bashen oder schlecht reden. Aber wenn es gerade um die aktuelle Rapszene geht, zum Beispiel Capital Bra, Kontra K, Samra oder Ufo361, ist es mir halt einfach zu generisch. Wenn ich es mir so vor Augen halte sind viele dieser Songs immer auf den gleichen Strukturen aufgebaut. Gesang, der mit Autotune zugekleistert wird wie nichts Gutes. Dieselben Arten von Beats, die druntergesetzt werden. Texte, die häufig wirklich nichts aussagen und überhaupt nicht in die Tiefe gehen. Ich meine ich höre auch mal Songs, die wirklich einfach oder oberflächlich sind, oder nur Feiern gehen thematisieren, aber die Art und Weise ist mir einfach zu lieblos irgendwie. Das finde ich halt sehr, sehr schade. Trotzdem würde ich nie so weit gehen und sagen, dass ich bestimmte Art von Musik hasse – egal von welchem Künstler. Eine Musikszene die mir allerdings richtig gut gefällt ist die Britische. 80% bis 90% der Interpreten und Künstler die ich höre kommen aus Großbritannien. Vielleicht noch Australien und gerade Skandinavien ist sehr gut was Synth Pop, dance music und elektronische Musik angeht. Es gibt halt so einige Lieder, wo ich sehr mit der Musikszene zufrieden bin, aber wenn es so um Deutschland geht.. nee. Da bin ich eher raus. Natürlich gibt's aber auch eine Menge toller Künstler in Deutschland. Drangsal, Alli Neumann oder OK KID fallen mir da zum Beispiel ein.


Du hast ja jetzt gerade sehr viel negatives über die aktuelle Musikszene erzählt – was fällt dir denn positives ein, insbesondere in unserer heutigen modernen Zeit?

Was ich spannend finde sind die Streaming-Platformen. Die kann man sowohl positiv, als auch negativ sehen. Wir haben heutzutage mehr denn je die Möglichkeit noch mehr Künstler für uns zu entdecken. Wir können wirklich non stop zu jeder Zeit Musik abrufen und auch selber Musik auf Spotify hochladen und uns profilieren. Ich finde es gut, dass man durch die ganzen Playlists, die Möglichkeit hat seinen eigenen Musikgeschmack zu finden, zu erweitern und auszuleben. Die Bezahlung durch viele der Platformen ist natürlich mehr als fragwürdig und eigentlich auch schon menschenunwürdig. Das muss sich dringend ändern


you can crawl under my skin
and make yourself at home
what a rough day it has been
to exist and swallow stones


your heart is kinda heavy
I feel it struggling underneath my finger tips
let's drown together
your salt covers my lips


if it makes you uncomfortable
that I can see that you're hurting
I assure you it's okay
to close the curtains


but, if you ever want to open up
just know that I don't judge
we'll clean your windows
so the sun can reach your skin


Mit welchen Künstlern würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?

Ähm viele (haha). Mit Jack Garratt irgendwann mal was machen zu können, wäre schon der Hammer. Ich liebe seine Musik und seinen Humor sowieso. Ich würde mal ganz naiv behaupten, dass ich mich gut mit ihm verstehen würde. Und ich glaube die gleiche Wellenlänge im Studio zu haben, ist die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Sonst mit Künstlern, die mich lyrisch sehr beeinflussen. Keaton Henson, Ben Howard, Woodkid oder Annenmaykantereit sind da ein paar gute Beispiele.


Welche Tipps würdest du Menschen geben, die sich auch künstlerisch ausleben wollen?

Erstmal überhaupt Spaß zu haben an dem was man macht. Einfach auch los zuschreiben und das auszublenden, was andere Leute über die Texte, die Musik oder sonstigem irgendwie denken könnten. Vor allem möglichst versuchen sich darin zu verlieren. Und wirklich mutig und furchtlos zu sein und sich ungzwungen auszudrücken. Ein Satz, der mir da in den Sinn kommt „just start somewhere, worry about the perfection later.“

Willkommen zu unserem neuen Format - Bohèmen Spezial! Hier werden wir jungen Künstler*innen und interessanten Persönlichkeiten eine Plattform bieten, um ihre Kunst nach außen zu tragen, oder über wichtige Anliegen zu sprechen. Unser erster artist ist Jonathan. Jonathan ist 24 Jahre alt, kommt aus Hamburg und ist angehender Musikjournalismus-Student. Musik war schon immer ein treuer Begleiter und Helfer in seinem Leben, um Gedanken zu ordnen und eigene Gefühle zu verstehen. In seinen Liedern kommt kein Gefühl zu kurz - sei es Verliebtsein, Lethargie, oder Freude. Aus allem schafft er einen Sinn und Zweck. Tiefere Einblicke in seine Kunst und seinen kreativen Prozess gewinnt ihr im folgenden Interview :


War Musik schon immer ein großer Teil deines Lebens?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon als kleines Kind ganz viel vor mich her gesungen und habe mir damals vorgestellt, wie es wohl wäre auf VIVA seine eigenen Musik Videos laufen zu haben, wie der eigene Name und Songtitel eingeblendet wird. Dann habe ich immer eine Fantasie Sprache gesungen, weil ich noch keinen Plan von Texten schreiben hatte. Ich bin jetzt nicht in einem krass musikalischen Haushalt groß geworden. Mein Vater spielt schon hin und wieder Gitarre und singt auch gerne, aber das Verlangen Musik zu machen und die Liebe zur Musik ist schon irgendwie intrinsisch.


Wann hast du angefangen selbst Musik zu machen bzw. Lieder zu schreiben?

Das dürfte so mit 12/13 gewesen sein. Ich weiß noch, dass zwei Freunde und ich im Musikunterricht ein Lied schreiben sollten. Ich weiß auch noch, dass der Song den Titel „Fliegen“ hatte. Mein Fokus lag schon immer eher auf den Texten. Und so habe ich danach angefangen englische Texte zu schreiben, einfach weil ich englisch damals deutlich cooler fand als deutsch. Die Gitarre kam erst später dazu. Wahrscheinlich so eineinhalb Jahre nachdem ich mit dem Texten angefangen habe. Dann aber nur notdürftig sozusagen. Ich habe einfach ein paar Akkorde drunter gespielt damit ich meine Texte auch endlich singen konnte.


Certain songs once made me sad
Until you sang along
Now, they make me smile
'Cause you sing along


What used to feel so wrong
Finally feels right and like a brand new start
It's a shot straight through my heart


How am I supposed to breathe
When you take my breath away?
I'm so eager to listen
To the words you have to say


You think that I exaggerate
That I take this way too far
But it's a shot straight through my heart


Every world you can imagine
Is yours to conquer
Your devine feminine
Is a source of power


I could stare at you for hours
Your portrait is a work of art
It's a shot straight through my heart


You're the reason for my stupid smile
My words of honesty are overdue
I feel a strong desire
To be happy, when I think of you
You're the light that shines through
The door when it's left ajar
You're a shot straight through my heart


Was inspiriert dich?

Alles Kreative. Ich lese viel, was natürlich den Sprach- und Schreibfluss fördert. Dazu finde ich es sehr inspirierend zu sehen, wenn andere Menschen kreativ arbeiten, oder von ihrer Leidenschaft erzählen. Das motiviert mich auch zusätzlich. Aber, in erster Linie ist es dann schon die Musik - insbesondere neue Musik. So kann ich bestimmte Worte und neue Sounds hören, die bewirken, dass es in meinem Kopf irgendwie Klick macht und dass ich auf einmal eine eigene Idee entwickel. Was mir besonders gefällt ist die instrumentale Musik. Denn es gibt keine Texte, die mir sagen, wie ich mich irgendwie zu fühlen habe, sondern ich kann mich ganz von der Musik leiten lassen und darauf schreibe ich dann auch manchmal Texte. Daraus resultiert nicht immer ein richtiger Song, aber es gibt Textpassagen, die ich dann aufgreife, nochmal umändere und weiter entwickel.


Ist das Schreiben von Songtexten ein natürlicher Prozess für dich oder musst du dich manchmal auch dazu zwingen?

In erster Linie ein natürlicher Prozess. Gerade wenn ich joggen gehe oder unterwegs bin, kommen die Fragen von alleine. Ich vertraue quasi darauf, dass mein Kopf mir intuitiv diese eine neue Zeile gibt und ich damit weiterarbeiten kann. Wenn ich dann anfange die Wörter in mein Handy einzutippen ist es natürlich schon ein bewusstes sich damit befassen. Diese Inspiration versuche ich dann festzuhalten, bis sie wieder abebbt. Danach kommt der Teil der auch mal ein bisschen wehtun kann. Dann kann es halt auch mal vorkommen, dass ich eine gefühlte Ewigkeit dasitze, nur Mist schreibe, oder auch ganz häufig gar nichts. Aber, es ist wichtig sich aus der Komfortzone zu begeben, denn da lauern manchmal spannende Gedanken oder Einfälle, die einem dann im Optimalfall wieder inspirieren.


Das schließt auch gut an die nächste Frage an – wie gehst du mit Blockaden um?

Immer weiterschreiben. Dann löst sich, meiner Erfahrung nach, die Blockade meist wieder von selbst. Oder den Stift, beziehungsweise das Handy mal ablegen und den Kopf freibekommen. Egal ob mit Kochen, Sport, Wäsche waschen oder Videospiele spielen. Es ist auch die Frage ob man Blockaden immer auf die Goldwaage legen muss, weil sie einfach zu einem kreativen Prozess dazugehören.


Wie gehst du mit dem Gefühl um zu Scheitern?

Im Teenageralter habe ich mich ein paar Mal für "Dein Song“ beworben. Das ist eine Songwriter-Castingshow auf KIKA. Ich habe es nie geschafft in die Show zu kommen. Das ist dann natürlich schwierig, gerade in jungen Jahren, damit klarzukommen wenn deine kreativen Werke abgelehnt werden. Doch meiner Leidenschaft hat es schon damals keinen Abbruch getan. Der Antrieb war und ist immer da und motiviert mich, noch besser zu werden und nie aufzuhören zu schreiben und zu erschaffen. Scheitern ist für mich relativ und quasi eine Weggabelung. Der eine Weg ist gesperrt. Also nehme ich halt den anderen Weg. Ans Ziel kommt man, wenn man es wirklich will, so oder so. Davon bin ich überzeugt!


Was möchtest du mit deiner Musik vermitteln?

Es würde mich freuen wenn Menschen, die meine Musik hören sich mit dem was sie hören bewusst auseinandersetzen. Musik gerät im wahrsten Sinne immer mehr in den Hintergrund und wird teilweise gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Und ich will mich da nicht rausnehmen. Ich mache auch gerne mal eine Playlist an um aufzuräumen oder damit ich besser einschlafen kann. Ich möchte halt gerne den Punkt erreichen, wo ich auf jeder Ebene den Hörer etwas fühlen lassen und zum denken bewegen kann. Egal, ob es die Texte, die Melodie oder die Instrumentalisierung ist.


Ich bin chronisch müde
Ich werd' nicht richtig wach
könnte mich in Kaffee ertränken
und wäre trotzdem zu schwach


um aus dem Bett zu steigen
und meine Probleme anzuegehen
wenn ich ans duschen denke
fange ich an zu gähnen


und was nicht hilft sind die Gedanken
die Gewichte in meinem Kopf
zu viele ungesagte Dinge
und Sorgen wurden da hineingrstopft


Vielleicht bin ich lethargisch
oder zu faul
das denken sie
vielleicht bin ich ein bisschen
so ein kleines, kleines bisschen depressiv


Gibt es ein Projekt an das du dich noch nicht herangetraut hast?

Ich habe tatsächlich 2015 schon mal zwei Songs veröffentlicht und habe letztes Jahr mit einem Produzenten an einem Song gearbeitet. Zumindest haben wir angefangen. Das hat sich dann so ein bisschen im Sande verlaufen


Was macht für dich einen guten Künstler aus?

Ein Künstler, der nicht davor zurückschreckt zu experimentieren und der seine eigenen Ideen auch wirklich umsetzt. Der nicht das Gefühl hat anderen Leuten irgendwas beweisen zu müssen und nur schreibt mit dem Hintergedanken, dass es anderen gefallen oder zusagen muss. Jemand der weiß, dass es quasi um einen selber geht. Man sollte zuerst sich selber eine Freude machen mit der Kunst. Vor allem ist es wichtig kein Blatt vor dem Mund zu nehmen und wirklich das zu sagen was man denkt.


Was bedeutet schreiben für dich?

Gefühle und Gedanken einzuordnen, die in meinem Kopf herumschwirren. Die Möglichkeit sich in Ruhe damit auseinanderzusetzen und bewusst anderen Leuten mitteilen zu können wie man sich fühlt. Mir fällt es schwer in einem persönlichen Gespräch on point zu vermitteln, wie es mir gerade geht. Deshalb ist es gut vorerst darüber zu schreiben und weil ich es dann für mich tue, begegne ich der Sache mit Ehrlichkeit. Es fällt mir so auch einfacher, mit der Sprache rauszurücken.


Bist du mit der aktuellen Musikszene zufrieden?

Jein. Kommt darauf an von welcher Musikszene wir genau sprechen. Die deutsche Musikszene nicht wirklich. Ich versuche immer, egal welche Art von Musik es ist, als Kunst zu betrachten und als etwas, was Leute erschaffen haben und Spaß daran hatten. Die Leute, die es dann hören, hatten im Optimal Fall auch Spaß daran es zu hören. Dementsprechend will ich gar nicht die Musik an sich bashen oder schlecht reden. Aber wenn es gerade um die aktuelle Rapszene geht, zum Beispiel Capital Bra, Kontra K, Samra oder Ufo361, ist es mir halt einfach zu generisch. Wenn ich es mir so vor Augen halte sind viele dieser Songs immer auf den gleichen Strukturen aufgebaut. Gesang, der mit Autotune zugekleistert wird wie nichts Gutes. Dieselben Arten von Beats, die druntergesetzt werden. Texte, die häufig wirklich nichts aussagen und überhaupt nicht in die Tiefe gehen. Ich meine ich höre auch mal Songs, die wirklich einfach oder oberflächlich sind, oder nur Feiern gehen thematisieren, aber die Art und Weise ist mir einfach zu lieblos irgendwie. Das finde ich halt sehr, sehr schade. Trotzdem würde ich nie so weit gehen und sagen, dass ich bestimmte Art von Musik hasse – egal von welchem Künstler. Eine Musikszene die mir allerdings richtig gut gefällt ist die Britische. 80% bis 90% der Interpreten und Künstler die ich höre kommen aus Großbritannien. Vielleicht noch Australien und gerade Skandinavien ist sehr gut was Synth Pop, dance music und elektronische Musik angeht. Es gibt halt so einige Lieder, wo ich sehr mit der Musikszene zufrieden bin, aber wenn es so um Deutschland geht.. nee. Da bin ich eher raus. Natürlich gibt's aber auch eine Menge toller Künstler in Deutschland. Drangsal, Alli Neumann oder OK KID fallen mir da zum Beispiel ein.


Du hast ja jetzt gerade sehr viel negatives über die aktuelle Musikszene erzählt – was fällt dir denn positives ein, insbesondere in unserer heutigen modernen Zeit?

Was ich spannend finde sind die Streaming-Platformen. Die kann man sowohl positiv, als auch negativ sehen. Wir haben heutzutage mehr denn je die Möglichkeit noch mehr Künstler für uns zu entdecken. Wir können wirklich non stop zu jeder Zeit Musik abrufen und auch selber Musik auf Spotify hochladen und uns profilieren. Ich finde es gut, dass man durch die ganzen Playlists, die Möglichkeit hat seinen eigenen Musikgeschmack zu finden, zu erweitern und auszuleben. Die Bezahlung durch viele der Platformen ist natürlich mehr als fragwürdig und eigentlich auch schon menschenunwürdig. Das muss sich dringend ändern


you can crawl under my skin
and make yourself at home
what a rough day it has been
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your heart is kinda heavy
I feel it struggling underneath my finger tips
let's drown together
your salt covers my lips


if it makes you uncomfortable
that I can see that you're hurting
I assure you it's okay
to close the curtains


but, if you ever want to open up
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we'll clean your windows
so the sun can reach your skin


Mit welchen Künstlern würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?

Ähm viele (haha). Mit Jack Garratt irgendwann mal was machen zu können, wäre schon der Hammer. Ich liebe seine Musik und seinen Humor sowieso. Ich würde mal ganz naiv behaupten, dass ich mich gut mit ihm verstehen würde. Und ich glaube die gleiche Wellenlänge im Studio zu haben, ist die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Sonst mit Künstlern, die mich lyrisch sehr beeinflussen. Keaton Henson, Ben Howard, Woodkid oder Annenmaykantereit sind da ein paar gute Beispiele.


Welche Tipps würdest du Menschen geben, die sich auch künstlerisch ausleben wollen?

Erstmal überhaupt Spaß zu haben an dem was man macht. Einfach auch los zuschreiben und das auszublenden, was andere Leute über die Texte, die Musik oder sonstigem irgendwie denken könnten. Vor allem möglichst versuchen sich darin zu verlieren. Und wirklich mutig und furchtlos zu sein und sich ungzwungen auszudrücken. Ein Satz, der mir da in den Sinn kommt „just start somewhere, worry about the perfection later.“

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