josies werke.
[Kindheit]
Wir hatten in Erde, Glück und Träumen gespielt, Zeit war noch nicht konstituiert, in unser Leben verflochten wie ein verhängnisvoller Wettlauf, wir haben Straßen ausgestaltet mit Kreidestrichen, sahen Tiere unter Steinen krabbeln und berührten sie zaghaft mit erstaunten Blicken, ich versank in Bildern und Farben während ich summend entglitt in eine Welt da draußen und in mir drinnen, explosiv und berauschend, Nachtschwärmer unter Straßenlaternen und zufallende Lider beim Fernseher-Flimmern, der krumme Daumen meines Opas wie raues Papier, nachts bewanderten magische Wesen meine Träume, bis sie an den Schrecken der Realität erstarben - die Geschichten der ausgebrannten Wunder
[Kindheit]
Wir hatten in Erde, Glück und Träumen gespielt, Zeit war noch nicht konstituiert, in unser Leben verflochten wie ein verhängnisvoller Wettlauf, wir haben Straßen ausgestaltet mit Kreidestrichen, sahen Tiere unter Steinen krabbeln und berührten sie zaghaft mit erstaunten Blicken, ich versank in Bildern und Farben während ich summend entglitt in eine Welt da draußen und in mir drinnen, explosiv und berauschend, Nachtschwärmer unter Straßenlaternen und zufallende Lider beim Fernseher-Flimmern, der krumme Daumen meines Opas wie raues Papier, nachts bewanderten magische Wesen meine Träume, bis sie an den Schrecken der Realität erstarben - die Geschichten der ausgebrannten Wunder
[Jugend]
Der Symbolismus der Großstadt mit reichen Verheißungen, davon haben wir geträumt als der Weltschmerz uns traf mitten in der Nacht als das Mondlicht ins Zimmer fiel und alles plötzlich anders war, dann war meine Fantasie nicht mehr mit der Realität verwoben, sondern wurzelte in Eskapismus, stetig auf der Flucht vor den Blicken, die limitierten und Narrative webten aus dessen Fäden ich mich entreißen wollte, wir fingen an betrunken taumelnd über Felder zu laufen und Tränen in Badewannen auszutauschen, Partys, wo wir die Grenzen der Scham verschoben, hoch oben, immer auf die Kleinstadt herabschauten mit diesem jugendlichen Hedonismus, als Traurigkeit noch glamourös war, wir waren blasphemisch und performativ, wir bemaßen unser Handeln nach Filmen und Literatur, sie haben mich verdorben, stetig die Blondierung in meinen Haaren und ich bin immer noch hier und warte darauf zu evolvieren
[Jugend]
Der Symbolismus der Großstadt mit reichen Verheißungen, davon haben wir geträumt als der Weltschmerz uns traf mitten in der Nacht als das Mondlicht ins Zimmer fiel und alles plötzlich anders war, dann war meine Fantasie nicht mehr mit der Realität verwoben, sondern wurzelte in Eskapismus, stetig auf der Flucht vor den Blicken, die limitierten und Narrative webten aus dessen Fäden ich mich entreißen wollte, wir fingen an betrunken taumelnd über Felder zu laufen und Tränen in Badewannen auszutauschen, Partys, wo wir die Grenzen der Scham verschoben, hoch oben, immer auf die Kleinstadt herabschauten mit diesem jugendlichen Hedonismus, als Traurigkeit noch glamourös war, wir waren blasphemisch und performativ, wir bemaßen unser Handeln nach Filmen und Literatur, sie haben mich verdorben, stetig die Blondierung in meinen Haaren und ich bin immer noch hier und warte darauf zu evolvieren
[Frau sein]
Er hat mich gezeichnet, mich als einen knochigen Knaben definiert, vergebens suchte ich die Sinnlichkeit in ihren Brüsten, und wollte die weite Landschaft eines Körpers ergründen, die nicht meine war, taumelnd stolperte ich über zersplitterte Spiegelgläser, versuchte meine Identität romantisch zu erhöhen in das Ebenbild einer marmorierten Göttin, mich ästhetisch auszuschmücken wie Farbe auf Papier, verklemmt in kurzen Miniröcken, ich erlag diesen Bildern vergebens, still, zerbrochen, verlegen, doch dann fing ich an eines Abends dieses Ideal zu begraben, aus meinem Geist zu entwurzeln, die Gedanken zu verlagen
- Nun weiß ich, ich muss nichts mehr ergründen, was ich längst schon bin, nicht mehr suchen nach dem goldenen Licht, sondern Frieden finden mit der Person, die ich bereits bin
[Frau sein]
Er hat mich gezeichnet, mich als einen knochigen Knaben definiert, vergebens suchte ich die Sinnlichkeit in ihren Brüsten, und wollte die weite Landschaft eines Körpers ergründen, die nicht meine war, taumelnd stolperte ich über zersplitterte Spiegelgläser, versuchte meine Identität romantisch zu erhöhen in das Ebenbild einer marmorierten Göttin, mich ästhetisch auszuschmücken wie Farbe auf Papier, verklemmt in kurzen Miniröcken, ich erlag diesen Bildern vergebens, still, zerbrochen, verlegen, doch dann fing ich an eines Abends dieses Ideal zu begraben, aus meinem Geist zu entwurzeln, die Gedanken zu verlagen
- Nun weiß ich, ich muss nichts mehr ergründen, was ich längst schon bin, nicht mehr suchen nach dem goldenen Licht, sondern Frieden finden mit der Person, die ich bereits bin
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